CD-Reviews

Sondaschule - Schere, Stein, Papier VÖ: 07.07.2017
Am 7. Juli erschien das neue Sondaschule Album „Schere, Stein, Papier“.
Die neue Platte zeichnet vorallem zwei Dinge aus:

  1. Die Sondaschule ist erwachsen geworden
  2. Die Sondaschule ist politsch geworden.
Gerade das Erwachsenwerden der Band fällt bei einigen Texten auf der neuen Platte sehr stark auf.
Das Lied „Schere Stein Papier“ handelt davon, dass man für jeden „Scheiss“ den man getan hat, auch wenn dieser innerhalb einer Gruppe geschieht, am Ende selbst dafür gerade stehen muss.
Der Song „Zu Kurz um lang zu denken“ von der neuen Platte greift, wie schon der Titel „Bist du glücklich“ vom vergangenen Album “Schön Kaputt” (2015), das Thema Freundschaft auf. Er ist jedoch sehr viel ruhiger als der Song vom Vorgängeralbum.
Auf dem mittlerweile 7ten Album der Band werden die Mülheimer nun auch politisch.
Am stärksten ragt dabei der Song „Waffenschein bei Aldi“ heraus. Er spiegelt auf eine sehr überspitzte Art und Weise die aktuelle Terrorangst der Pessimisten wieder.
War man vor 11 Jahren noch zu Gast bei Freunden, wie es im Lied „Ostberlin“ im Bezug auf die Fußball Weltmeisterschaft 2006 heißt, handelt es sich heute immer mehr um Feinde.
Mit diesem Song beschäftigt sich die Sondaschule mit der in Deutschland gestiegen Fremdenfeindlichkeit.
Der wohl untypischste Song für die Band ist jedoch „Mein Herz“.
Dieser ist sehr melancholisch und wirkt dadurch ziemlich schwer, was für die sonst sehr ironisch und spaßig klingende Band eher untypisch ist.
Allerdings fehlen auf diesem Album auch die chilligen Songs mit starken Reggaeeinflüssen nicht.
Ein Beispiel hierfür wäre der Song “Amsterdam”.
Nach meiner Ansicht haben die Sondaschüler hier ein gelunges Album produziert, auch wenn es nicht so rund wirkt wie „Schön Kaputt“. Daher 4/5 Punkten


Vom Punkerhamster